| Retroflexe vs. dentale Laute | Telugu unterscheidet retroflexe und dentale Konsonanten: ట/త (ṭ/t), డ/ద (ḍ/d), ణ/న (ṇ/n). Das Deutsche kennt diese Unterscheidung nicht – bei der Umschrift von Namen geht sie leicht verloren oder wird geraten. | Namen und Ortsangaben werden nach festem Schema (ISO 15919 bzw. Pass-Schreibweise) übertragen und gegen das Original geprüft – retroflex bleibt retroflex. |
| Vokallänge bedeutungstragend | Kurzes und langes a, i, u sind in Telugu bedeutungsunterscheidend und werden durch verschiedene Vokalzeichen (Matras) markiert. Fällt die Länge weg, entsteht ein anderes Wort – auf einer Urkunde ein Sachfehler. | Vokalzeichen werden korrekt und vollständig gesetzt; die Länge wird gegen das Ausgangsdokument abgeglichen und im PDF kontrolliert. |
| Andhra- vs. Telangana-Register | Verwaltungs- und Fachwortschatz unterscheiden sich zwischen dem sanskritisierten Andhra-Standard und dem stärker dakhini-geprägten Telangana. Ein Begriff aus dem falschen Register wirkt für die Zielstelle fremd. | Wir bestimmen die Herkunft (Andhra Pradesh / Telangana) und verwenden das dort übliche Verwaltungs- und Fachvokabular. |
| Sandhi an Wortfugen falsch aufgelöst | Telugu verschmilzt Endungen und Wörter über Sandhi-Regeln; an der Fuge verändern sich Laute. Wer die Wortform mechanisch zerlegt, trennt an der falschen Stelle und verschiebt den Bezug. | Muttersprachler analysieren die agglutinierte Form samt Sandhi und bilden Bezug und Kasus sinnwahrend nach. |
| Namensordnung: Hausname zuerst | In Telugu steht der Familien-/Hausname (ఇంటిపేరు, „intiperu“) häufig vor dem Rufnamen und wird als Initiale abgekürzt. In ein deutsches Vorname/Nachname-Schema gepresst, kippt die Zuordnung. | Wir ordnen Haus- und Rufnamen dem Pass zu, lösen Initialen wo belegt auf und erläutern die Struktur im Übersetzervermerk. |
| Grammatisches Genus abweichend | Telugu gruppiert im Singular Maskulinum gegen Nicht-Maskulinum (Feminina und Neutra zusammen) und richtet das Verb danach. Das deutsche der/die/das lässt sich nicht 1:1 abbilden. | Wir lösen Genus über natürliches Geschlecht und Kontext auf, statt eine deutsche Dreiteilung künstlich zu übertragen. |
| Höflichkeitsanrede verfehlt | Telugu trennt vertraute und höfliche Anrede: నువ్వు (nuvvu, vertraut) gegenüber మీరు (meeru, höflich). In amtlicher oder geschäftlicher Anrede ist die vertraute Form unpassend. | Offizielle und geschäftliche Texte werden durchgehend in der höflichen Anrede geführt. |
| Vokalzeichen & Virama verrutscht | Vokalzeichen stehen um den Konsonanten; das Virama (్) bildet Konsonantenverbindungen. Ein verrutschtes oder fehlendes Zeichen verändert die Silbe. | Matras und Virama werden korrekt gesetzt und die Zeichenstapelung im fertigen PDF geprüft. |