| Name weicht vom Reisepass ab | Rumänisch schreibt ș (U+0219) und ț (U+021B) mit Komma darunter, nicht mit der türkischen Cedille (ş, ţ) – ältere Systeme setzen still das falsche Zeichen. Auf der Urkunde steht dann ein anderer Name oder Geburtsort als im Pass, und das Standesamt fragt nach. | Namen, Geburtsorte und Nummern werden zeichengenau gegen Reisepass und Ausgangsdokument geprüft und Unicode-korrekt gesetzt, damit Register und Behörden-OCR sie eindeutig lesen. |
| Diakritika weggelassen – Bedeutung kippt | Ohne Diakritika ändert sich der Sinn: peste heißt „über“, pește „Fisch“; fata „das Mädchen“, față „Gesicht“. In Befunden und Verträgen wird daraus eine falsche Aussage. | Vollständige, korrekte Diakritik ist Pflicht – keine „vereinfachte“ Schreibung; sinntragende Wörter werden gegengelesen. |
| Notenskala 1–10 gedreht | In Rumänien ist 10 die beste Note und 5 die Bestehensgrenze – in Österreich ist 1 die beste und 5 „nicht genügend“. Wer die Zahl unkommentiert stehen lässt oder eigenmächtig „umrechnet“, verzerrt die Bewertung in beide Richtungen. | Noten und Durchschnitte (media) bleiben im Original und werden mit Skalenhinweis erläutert; die Bewertung bleibt für die Anerkennungsstelle nachvollziehbar. |
| Abschlüsse als österreichisches Äquivalent ausgegeben | Diplomă de licență, foaie matricolă, adeverință oder atestat haben kein deckungsgleiches österreichisches Gegenstück. Ein erfundenes Äquivalent behauptet einen Abschluss, den die Urkunde nicht ausweist; die Bewertung liegt ohnehin bei der Anerkennungsstelle. | Titel und Nachweisarten bleiben im Original mit erklärender Entsprechung – prüfbar für Anerkennungsstelle, Universität und Arbeitgeber. |
| Rechtsform und Registerdaten „übersetzt“ | Eine SRL ist keine GmbH nach dem GmbHG, das Registrul Comerțului (ONRC) kein österreichisches Firmenbuch, und CUI/CNP sind eigene Kennnummern. Wer sie ersetzt, behauptet eine Gesellschaft oder Kennung, die es so nicht gibt – im UGB-Kontext ein Haftungsthema. | Rechtsformen, Registernamen und Kennnummern bleiben stehen und werden erläutert, statt durch ein fremdes Institut ersetzt zu werden. |
| Nachgestellter Artikel & Genitiv-Dativ | Rumänisch hängt den bestimmten Artikel ans Wort (copil → copilul) und flektiert Namen im synkretischen Genitiv-Dativ (fata → fetei). Wer wie im Deutschen ein Artikelwort davorsetzt, erzeugt doppelte oder falsche Bestimmtheit – in Urkundenformeln stimmt dann der Bezug nicht. | Muttersprachler bilden Bestimmtheit und Kasus korrekt, auch in festen Formeln wie „Sohn des …“ oder „ausgestellt durch …“. |
| Falsche romanische Freunde | Die lateinische Nähe täuscht: prezervativ heißt Kondom (nicht Konservierungsstoff), librărie Buchhandlung (nicht Bibliothek = bibliotecă), concurs Auswahlverfahren. Wer aus dem Französischen oder Italienischen weiterrät, trifft daneben. | Fachterminologie wird am Kontext geprüft, nicht aus einer Nachbarsprache erraten; kritische Begriffe stehen in der geprüften Terminologie. |
| Ortsnamen aus Siebenbürgen, Banat und Moldau | Ein Ort trägt oft drei Namen: Sibiu = Hermannstadt = Nagyszeben, Cluj-Napoca = Klausenburg = Kolozsvár. Moldauische Altdokumente nennen ihn zusätzlich in kyrillischer Schreibung. Eine falsche Zuordnung macht Person und Geburtsort für das Amt nicht mehr eindeutig. | Orts- und Personennamen werden der heutigen amtlichen Form zugeordnet und historische Fassungen belegt mitgeführt, statt willkürlich übersetzt zu werden. |