| Umschriftnorm reflexhaft angesetzt statt Passform übernommen | § 11 Abs. 3 PStG-DV 2013 verlangt die buchstabengetreue Wiedergabe der lateinschriftlichen Form, die ein Dokument bereits führt; ISO/R 9 nennt Abs. 4 erst für Zweifelsfälle. Wer die Norm ungefragt anwendet, macht aus dem „Zhivkov“ des Reisepasses ein „Živkov“, das zu keinem Ihrer übrigen Papiere passt. | Wir sehen zuerst die Passseite an, setzen die abgleichbare Form an und halten jede abweichende Schreibung im Bestätigungsvermerk fest. |
| Der Buchstabe ъ als „hartes Zeichen“ missdeutet | Anders als im Russischen ist ъ im Bulgarischen ein voller Vokal; die amtliche Umschrift bildet ihn nach Art. 4 des Transliterationsgesetzes als a ab (Търново → Tarnovo). Wer ihn wie im Russischen als stumm tilgt, zerstört Wort und Name. | Wir behandeln ъ als Vokal und transliterieren ihn nach der amtlichen Regel, gegen das Original geprüft. |
| Vatersname als zweiter Vorname geführt | Bulgarische Namen sind dreigliedrig: Vorname + Vatersname + Familienname, etwa Иван Петров Георгиев. Wird Петров als zweiter Vorname eingetragen, weichen Personenstandsregister, Sozialversicherung und Zeugnis später voneinander ab. | Die drei Bestandteile werden als Vorname, Vatersname und Familienname ausgewiesen und im Bestätigungsvermerk erläutert. |
| ЕГН „korrigiert“ oder umformatiert | Die einheitliche Bürgernummer ЕГН kodiert das Geburtsdatum mit Monatsversatz: Für Geburten ab 2000 wird auf den Monat 40 addiert, eine Geburt im März erscheint deshalb als „43“. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist die Prüflogik der Nummer. | Kennnummern werden zeichengleich übernommen und bei Bedarf erläutert – nie geglättet, nie an ein österreichisches Datumsformat angepasst. |
| Note 6 nach österreichischer Skala gelesen | Die bulgarische Skala läuft von 2 bis 6, wobei Отличен 6 die beste und Слаб 2 die schlechteste Note ist – genau umgekehrt zur österreichischen Skala, auf der 1 „Sehr gut“ bedeutet. Eine unkommentiert übernommene „6“ verkehrt ein Spitzenzeugnis in sein Gegenteil. | Noten werden mit bulgarischer Bezeichnung, Skalenrichtung und Bandbreite wiedergegeben, statt sie stillschweigend umzurechnen – die bewertende Stelle rechnet selbst und kann es nachprüfen. |
| фелдшер als Arzt oder Pflegefachkraft ausgegeben | Art. 23a der Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG stellt klar, dass der bulgarische Berufsnachweis фелдшер („Feldscher“) keinen Anspruch auf Anerkennung als Arzt oder als Krankenpflegeperson begründet. Eine schmeichelhafte Übersetzung führt direkt in den ablehnenden Bescheid. | Berufsbezeichnungen bleiben im Original mit erklärender Entsprechung stehen; wir behaupten keine Qualifikation, die der Nachweis nicht trägt. |
| трудова книжка als „Arbeitszeugnis“ vereinfacht | Beschäftigungszeiten wurden in Bulgarien im Arbeitsbuch трудова книжка geführt; seit 1. Juni 2025 gibt es ein elektronisches Beschäftigungsregister, die Papierbücher bleiben für zurückliegende Zeiten Nachweis. Ein österreichisches Pendant existiert nicht; für Versicherungszeiten zählt jede Eintragungszeile. | Eintragungen werden zeilentreu mit Zeitraum, Arbeitgeber und Tätigkeit übertragen und die Dokumentart erklärt, statt sie mit einem österreichischen Etikett zu überschreiben. |
| Russische Muster ins Bulgarische übertragen | Bulgarisch hat die slawischen Kasus aufgegeben – mitgezogene russische Endungen ergeben Formen, die es nicht gibt. Dazu falsche Freunde bei gleicher Schrift: майка heißt bulgarisch Mutter, russisch Unterhemd; булка ist die Braut, russisch das Weißbrot – in einer Personenstandsurkunde folgenreich. | Muttersprachler übersetzen die bulgarische Bedeutung; kritische Termini sind in der geprüften Terminologie hinterlegt. |