| Chillu-Buchstaben falsch kodiert | Chillu-Zeichen (ൻ ർ ൽ ൾ ൺ) sind reine, vokallose Konsonanten am Wortende. Im Unicode-Standard gibt es sie als atomare Zeichen und als Zusammensetzung mit ZWJ – die falsche Kodierung bricht Suche und Darstellung und kann die Lesung verändern. | Wir setzen Chillu-Zeichen in korrekter Unicode-Kodierung und prüfen Such- und Darstellungsverhalten im fertigen PDF. |
| Alte vs. reformierte Orthografie | Traditionelle Schrift stapelt Ligaturen, die reformierte (nach 1971) setzt Vokalzeichen oft getrennt. Ältere Urkunden verwenden Ligaturen, die eine moderne Erkennung oder ein ungeübter Leser falsch auflöst. | Übersetzer, die beide Orthografien beherrschen, lesen die Vorlage korrekt und übertragen sie in eine konsistente, moderne Schreibung. |
| Lange Komposita falsch zerlegt | Ein einziges Malayalam-Wort kann eine ganze deutsche Wortgruppe kodieren. Wer an der falschen Stelle trennt, zerlegt das Kompositum sinnentstellend. | Muttersprachler analysieren die Wortbildung im Ganzen und lösen Komposita bedeutungswahrend auf. |
| Fehlende Verbkongruenz übersehen | Das Malayalam-Verb markiert weder Person noch Zahl noch Geschlecht des Subjekts – nur Zeit und Aspekt. Der Subjektbezug ergibt sich aus dem Kontext und muss im Deutschen explizit rekonstruiert werden. | Der muttersprachliche Übersetzer stellt Subjekt, Zahl und Geschlecht aus dem Zusammenhang eindeutig wieder her – kein geratener Bezug. |
| Retroflexe & Geminaten in Namen | Malayalam unterscheidet retroflexe von dentalen Lauten (ട/ത) und kennt bedeutungstragende Doppelkonsonanten. Das Deutsche kennt beides nicht – bei der Umschrift von Namen geht es verloren. | Namen werden nach festem Schema (ISO 15919 bzw. Pass-Schreibweise) übertragen und gegen das Original geprüft. |
| Umgangssprache im Amtstext (Diglossie) | Geschriebenes und gesprochenes Malayalam unterscheiden sich in Formen und Wortwahl. Ein amtlicher Text in Alltagssprache wirkt unangemessen. | Amtliche, schulische und juristische Texte werden in der geschriebenen Standardsprache verfasst. |
| Vokalzeichen & Chandrakkala verrutscht | Vokalzeichen stehen um den Konsonanten; das Virama „Chandrakkala“ (്) bildet Verbindungen. Ein verschobenes Zeichen verändert die Silbe. | Vokalzeichen und Chandrakkala werden korrekt gesetzt und die Zeichenstapelung im PDF kontrolliert. |
| Pass-Schreibweise der Namen abweichend | Dieselbe Person erscheint in lateinischer Umschrift je nach Dokument als „Kunjumon“ oder „Kunhumon“, als „Biju“ oder „Bijoy“ – Kerala kennt keine verbindliche Romanisierung. Weicht die Übersetzung von der Pass-Schreibweise ab, kann das Amt die Vorlage zurückweisen oder Nachweise zur Identität nachfordern. | Wir gleichen die Namensschreibung mit dem Pass ab und erläutern Abweichungen auf Vorurkunden im Übersetzervermerk. |
| Initialen im Namen eigenmächtig aufgelöst | Namen aus Kerala tragen häufig vorangestellte Initialen für den Haus- bzw. Familiennamen und den Vatersnamen, der Rufname folgt dahinter. Ob eine Behörde daraus einen Vor- und einen Nachnamen, zwei Vornamen oder einen abgekürzten Familiennamen liest, entscheidet darüber, ob Urkunden, Zeugnisse und Registerdaten derselben Person zugeordnet werden. | Wir übernehmen die Namensform genau so, wie sie im Pass steht, lösen Initialen nicht auf und erläutern die Struktur im Übersetzervermerk, statt sie stillschweigend zu deuten. |