| Indonesisch mit Malaiisch bearbeitet | Beide gehen auf dieselbe Wurzel zurück, sind aber eigene Standardsprachen: Indonesisch trägt viele niederländische Lehnwörter (apotek, kantor), Malaiisch eher englische (farmasi, pejabat). Malaiische Wortwahl in einem indonesischen Vertrag liest sich für den Adressaten fremd. | Indonesische Dokumente bearbeiten Indonesisch-Muttersprachler; Wortschatz und Rechtschreibung folgen dem indonesischen Standard. |
| Plural als Endung statt Reduplikation | Indonesisch bildet den Plural über Reduplikation: buku → buku-buku. Doch nicht jede Reduplikation ist ein Plural (kupu-kupu = Schmetterling). Wer mechanisch verdoppelt oder eine Endung sucht, trifft die Zahl nicht. | Die Zahl wird aus dem Kontext bestimmt und, wo nötig, korrekt redupliziert – ohne aus einem Einzelwort einen Plural zu machen. |
| Deutsche Zeit- und Genusformen 1:1 | Indonesisch flektiert nicht: Zeit entsteht über Partikel (sudah, akan, sedang), und dia steht für „er“ und „sie“. Wer deutsche Tempora abbildet, überfrachtet den Satz – wer dia auflöst, erfindet auf einer Urkunde ein Geschlecht. | Der Zeitbezug wird über Partikel gesetzt; das Geschlecht wird nur genannt, wenn es im Ausgangsdokument tatsächlich steht. |
| Affixe falsch (me-/ber-/pe-/-an/-kan) | Aus der Wurzel ajar werden mengajar (lehren), belajar (lernen), pelajaran (Lektion), pengajar (Lehrkraft), dazu Lautwandel (me- + pukul → memukul). Ein falscher Affix ergibt ein anderes Wort oder eine andere Wortart. | Muttersprachler beherrschen das Affixsystem samt Lautregeln; kritische Termini sind in der geprüften Terminologie hinterlegt. |
| Umgangssprache statt bahasa baku | Behörden, Notare und Verträge verlangen das formelle bahasa baku nach der amtlichen Rechtschreibung – seit 16. August 2022 EYD Edisi V. Wer auf einer älteren Regelung oder auf Jakarta-Umgangssprache (nggak, bikin) aufsetzt, liefert einen Text, der im Amt aus der Rolle fällt. | Für amtliche und geschäftliche Texte setzen wir konsequent das formelle Register und die geltende amtliche Rechtschreibung an. |
| Alte Schreibung auf älteren Urkunden | Urkunden aus der Zeit vor den Reformen tragen die niederländisch geprägte Schreibung: oe für u (bis 1947), dj/tj/j für j/c/y (bis 1972) – daher Soekarno neben Sukarno, Djakarta neben Jakarta. Wer „modernisiert“, ändert Namen und Ortsangaben gegenüber dem Reisepass. | Namen und Ortsangaben werden originalgetreu wiedergegeben und, wo nötig, mit Erläuterung – abgeglichen mit Reisepass und Vorurkunden. |
| Einzelnamen und die Zwei-Wort-Regel | Viele Indonesierinnen und Indonesier führen historisch nur einen Namen. Seit Permendagri Nr. 73/2022 müssen neu eingetragene Namen mindestens zwei Wörter haben und dürfen 60 Zeichen nicht überschreiten. Ein aufgespaltener Einzelname oder ein erfundener „Nachname“ erzeugt Widersprüche zu Reisepass und Vorurkunden. | Die Namensstruktur wird so übernommen, wie das Ausgangsdokument sie führt, und mit dem Reisepass abgeglichen – ohne künstliche Vor- und Nachnamen. |
| Namensänderungen ohne Nachweis | Namensänderungen sind besonders in der chinesischstämmigen Bevölkerungsgruppe häufig und werden behördlich genehmigt. Fehlt der Nachweis über diese Genehmigung, passen alter und neuer Name in den Unterlagen nicht zusammen. | Abweichende Namensfassungen werden benannt statt geglättet, und wir weisen darauf hin, welcher zusätzliche Nachweis der Zielstelle noch fehlt. |
| Anrede & Höflichkeitsregister | Indonesisch unterscheidet förmlich (Anda, Bapak/Ibu) und vertraut (kamu). Die falsche Anrede in einem Geschäftsbrief oder Vertrag wirkt respektlos oder distanzlos – in einer Geschäftskultur, die Titel und Anrede ernst nimmt. | Anrede und Register werden auf Adressat und Textsorte eingestellt – förmlich für Behörden, Notare und Geschäftspartner. |